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<title>Rolandslied</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Rolandslied</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Das <b>Rolandslied</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französisch</a></span> <span lang="fr-Latn" style="font-style:italic">La Chanson de Roland</span>) ist ein zwischen 1075 und 1110 entstandenes <a href="Altfranz%C3%B6sische_Sprache" title="Altfranzösische Sprache">altfranzösisches</a> <a href="Epos" title="Epos">Versepos</a> über das heldenhafte Ende <a href="Hruotland" title="Hruotland">Rolands</a>. Es umfasst 4002 <a href="Assonanz_(Verslehre)" class="mw-redirect" title="Assonanz (Verslehre)">assonierende</a> zehnsilbige Verse in 291 Strophen (sog. Laissen) und ist eines der ältesten Werke der Gattung <a href="Chansons_de_geste" class="mw-redirect" title="Chansons de geste">Chansons de geste</a>. Um 1900 wurde es in Frankreich wegen der Liebe, mit der es von <i>la douce France</i> (dem „süßen Frankreich“) spricht, zu einer Art frühem Nationalepos stilisiert, und wegen der herausragenden Rolle, die es den <i>Français de France</i> (den Franzosen aus der <a href="%C3%8Ele_de_France" class="mw-redirect" title="Île de France">Île de France</a>) im multiethnischen Heer <a href="Karl_der_Gro%C3%9Fe" title="Karl der Große">Karls des Großen</a> zuweist.
</p><p>In dem Epos geht es um Kriegszüge Karls gegen die aus Nordafrika kommenden islamischen <a href="Sarazenen" title="Sarazenen">Sarazenen</a>, die seit ihrem Einfall nach Europa im Jahr 711/12 Süd- und Mittelspanien beherrschten.
</p><p>Das Rolandslied wurde verfasst oder aufgeschrieben, vielleicht aber auch nur diktiert und/oder öfter vorgetragen von einem sonst nicht weiter bekannten <i>Turoldus</i>, von dem der letzte Vers nicht genau deutbar sagt, er habe das Werk „dekliniert“ (<i>Ci falt</i> („hier endet“) <i>la geste que Turoldus declinet</i>). Unklar ist, ob es sich um eine Kompilation älterer Lieder handelt. Verschiedene Handschriften des Liedes wurden in den 1830er Jahren entdeckt. Eine ältere Version umfasste etwa 9000 Verse.
</p><p>Das Werk ist in sieben vollständigen Handschriften sowie drei <a href="Fragment_(Literatur)" title="Fragment (Literatur)">Fragmenten</a> erhalten. Die wichtigsten sind die sogenannte Oxforder Handschrift (<i>Digby 23</i>), die im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts offenbar auf englischem Boden entstand und deren Sprache stark vom <a href="Anglonormannisch" class="mw-redirect" title="Anglonormannisch">anglonormannischen</a> Dialekt gefärbt ist, sowie eine in <a href="Biblioteca_Marciana" class="mw-redirect" title="Biblioteca Marciana">Venedig</a> aufbewahrte Handschrift des 14. Jahrhunderts, die jedoch nur 3846 Verse enthält, die der Oxforder Fassung nahe verwandt sind (<i>Marc. 225</i>). Darauf folgt eine sonst nicht überlieferte Darstellung der Belagerung von <a href="Narbonne" title="Narbonne">Narbonne</a>, darauf folgt die Handlung den gereimten Versionen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Handlung">Die Handlung</h2></div>


<p>Das Rolandslied umfasst zwei größere Teile: in den ersten drei Fünfteln (Vers 1–2396) ist eindeutig Roland der Protagonist, in den letzten zwei (Vers 2397–4002) eher <a href="Karl_der_Gro%C3%9Fe" title="Karl der Große">Karl der Große</a>.
</p><p>Dieser hat zu Beginn der Handlung in sieben Jahren Krieg fast das ganze heidnische (islamische) Spanien erobert bis auf <a href="Saragossa" title="Saragossa">Saragossa</a>. Dessen König Marsilie, „der <a href="Mohammed" title="Mohammed">Mohammed</a> dient und <a href="Apollon" title="Apollon">Apollo</a> anruft“, bietet ihm nun Unterwerfung und Übertritt zum Christentum an – beides aber nur zum Schein, um den Abzug des fränkischen Heeres zu erreichen. Karl versammelt den Rat der Barone, in dem sein Schwager Ganelon rät, das Angebot anzunehmen, während sein Neffe Roland, der zugleich ungeliebter Stiefsohn Ganelons ist, den Kampf fortsetzen will. Karl, der schon alt und kriegsmüde ist, schließt sich Ganelon an, worauf Roland mit verletzender Ironie diesen als Sendboten vorschlägt.
</p><p>Der beleidigte Ganelon sinnt auf Rache. Er begibt sich zu König Marsilie, dem er Roland als einen Kriegstreiber darstellt, ohne dessen Beseitigung es keinen Frieden geben werde. Marsilie soll deshalb mit einer Übermacht die Nachhut des abziehenden fränkischen Heeres überfallen; Ganelon will dafür sorgen, dass Roland ihr Befehlshaber ist.
</p><p>Alles geschieht wie geplant. Als Roland mit seinen zwölf befreundeten Recken als Unterführern den Hinterhalt bemerkt, wird er von seinem besonnenen Freund und Schwager in spe Olivier gedrängt, mit dem Signalhorn <a href="Olifant" title="Olifant">Olifant</a> das fränkische Heer zu Hilfe zu rufen, doch stolz lehnt er ab. Erst als nach verlustreicher Abwehr der ersten Angriffswelle die Lage aussichtslos ist, bläst er auf Rat des streitbaren Bischofs Turpin das Horn. Nach der zweiten Welle (deren heldenhafte Kämpfe wiederum liebevoll-ausführlich dargestellt werden) ist nur noch Roland übrig. Nachdem auch er durch einen Hagel von Speeren und Pfeilen tödlich verletzt ist, fliehen die Heiden, weil sie Karls Heer zu hören glauben. Roland stirbt auf dem Schlachtfeld in der Pose des Siegers, mit dem Gesicht gen Saragossa. Der Erzengel <a href="Gabriel_(Erzengel)" class="mw-redirect" title="Gabriel (Erzengel)">Gabriel</a> und zwei weitere Engel geleiten seine Seele ins Paradies.
</p><p>Karl, der in der Tat herbeigeeilt ist, verfolgt und vernichtet die Heiden, deren Reste mit dem schwer verwundeten König Marsilie nach Saragossa flüchten. Dort trifft gerade ein riesiges Heidenheer ein, geführt von „Admiral“ Baligant von „Babylonien“, den Marsilie schon vor Jahren um Beistand gebeten hatte. Doch auch dieses Heer wird von Karl vernichtet, nicht ohne dass er selbst, der trotz seines Alters noch rüstig ist, im Schlachtgetümmel auf Baligant trifft und ihn in langem Zweikampf mit Hilfe eines Engels besiegt. Nach der Einnahme Saragossas und der Zwangsbekehrung seiner Einwohner kehrt Karl zurück in seine <a href="Geschichte_der_Stadt_Aachen#Zeit_der_Karolinger" title="Geschichte der Stadt Aachen">Residenz Aachen</a>.
</p><p>Hier muss er der Verlobten Rolands, Aude, die Nachricht seines Todes überbringen, was auch ihren Tod bewirkt. Er will nun Gericht halten lassen über Ganelon, doch dreißig Verwandte stellen sich schützend vor diesen, darunter Pinabel, der ihn im <a href="Gerichtskampf" title="Gerichtskampf">gerichtlichen Zweikampf</a> vertreten will. Erst als Thierry, der junge Bruder des Grafen von <a href="Anjou" title="Anjou">Anjou</a>, sich für die gerechte Sache zu kämpfen erbietet und Pinabel mit Gottes Hilfe besiegt, kann Karl Ganelon samt seiner Familie bestrafen. Noch dieselbe Nacht erscheint ihm der <a href="Gabriel_(Erzengel)" class="mw-redirect" title="Gabriel (Erzengel)">Erzengel Gabriel</a> und fordert ihn auf, König Vivien zu helfen, der in seiner Stadt „Imphe“ von Heiden belagert wird. Karl weint und rauft sich den Bart – aber man ahnt: er wird gehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Historischer_Hintergrund">Historischer Hintergrund</h2></div>
<p>Basis der Handlung ist ein Kriegszug, den Karl der Große <a href="778" title="778">778</a> gegen die islamischen <a href="Sarazenen" title="Sarazenen">Sarazenen</a> in Spanien führte. Anlass war das Hilfeersuchen des Sulayman ben al-Arabí, Statthalter in <a href="Saragossa" title="Saragossa">Saragossa</a>, gegen seinen Herrn, <a href="Emir" title="Emir">Emir</a> <a href="Abd_ar-Rahman_I." title="Abd ar-Rahman I.">Abderrahman</a> von <a href="Emirat_von_C%C3%B3rdoba" title="Emirat von Córdoba">Córdoba</a>, Ziel die erst später vollzogene Sicherung der (nordost-)<a href="Spanische_Mark" title="Spanische Mark">spanischen Mark</a>.
</p><p>Der Kriegszug wurde nach anfänglichen Erfolgen abgebrochen. Saragossa, dessen Tore sich entgegen Karls Erwartungen nicht öffneten, nachdem die politisch-militärische Situation sich eindeutig zugunsten des Emirs gedreht hatte, wurde monatelang erfolglos belagert. Krankheiten und zunehmender Verpflegungsmangel taten ihr Übriges. Möglicherweise sollte auch bevorzugt ein erneuter Aufstand der <a href="Sachsen_(Volk)" title="Sachsen (Volk)">Sachsen</a> niedergeschlagen werden.
</p>

<p>Beim Rückzug via Pamplona gab Karl die <a href="Basken" title="Basken">baskisch</a>-<a href="K%C3%B6nigreich_Navarra" title="Königreich Navarra">navarrische</a> und christliche Stadt zum Überfall und zur Plünderung durch seine Streitkräfte frei. Es kam zu einem Blutbad und weiteren, erwartbaren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Während der Weiterreise kam die fränkische Nachhut beim <a href="Pyren%C3%A4en" title="Pyrenäen">Pyrenäenort</a> <a href="Roncesvalles" title="Roncesvalles">Roncesvalles</a> in einen Hinterhalt. Diesen legten jedoch keine Sarazenen, sondern die auf Vergeltung bedachten Basken. Von <a href="Einhard" title="Einhard">Einhard</a> z.&nbsp;B. werden diese Umstände in dessen <a href="Vita_Karoli_Magni" title="Vita Karoli Magni">Biographie Karls</a> zugunsten seines Kaisers wohlweislich verschwiegen.
</p><p>Der Führer der Nachhut war möglicherweise <a href="Hruotland" title="Hruotland">Hruotland</a> (französisiert Roland), der als Roland von Cenomanien, Markgraf der <a href="Bretonische_Mark" title="Bretonische Mark">bretonischen Mark</a> des Frankenreichs bezeugt ist. Mit ihm fielen der Graf Eginhard und Graf Anselm am 15. August 778 (→ <a href="Schlacht_von_Roncesvalles" title="Schlacht von Roncesvalles">Schlacht von Roncesvalles</a>). Das Rolandslied macht aus diesem Debakel der Franken eine heilsgeschichtliche Heldentat,
wozu der Verfasser des Liedes möglicherweise durch die <a href="Reconquista" title="Reconquista">Reconquista</a> angeregt wurde.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gattungsgeschichtliche_Einordnung,_Form_und_Stil"><span id="Gattungsgeschichtliche_Einordnung.2C_Form_und_Stil"></span>Gattungsgeschichtliche Einordnung, Form und Stil</h2></div>
<p>In der Gattung <i>Chanson de geste</i>, zu der das Rolandslied zählt, geht es überwiegend um die Kriegszüge Kaiser Karls des Großen oder Kaiser <a href="Ludwig_der_Fromme" title="Ludwig der Fromme">Ludwigs des Frommen</a> und/oder ihrer Heerführer gegen die Heiden, d.&nbsp;h. die aus <a href="Marokko" title="Marokko">Marokko</a> kommenden islamischen Mauren, die seit ihrem Einfall nach Europa im Jahr 711/12 Süd- und Mittelspanien beherrschten. Aber auch der Kampf der Franken gegen die zunächst noch heidnischen Sachsen wird behandelt. Die Thematik der Heidenkriege war lange Zeit aktuell, einmal dank der Reconquista Spaniens, die gegen 1000 vom christlich gebliebenen Nordspanien her intensiviert wurde, und zum anderen dank der 1095 beginnenden <a href="Kreuzzug" title="Kreuzzug">Kreuzzüge</a>, d.&nbsp;h. der Versuche christlicher Ritterheere, das seit über 400 Jahren von Muslimen beherrschte <a href="Jerusalem" title="Jerusalem">Jerusalem</a> zu erobern und das heilige Grab unter christliche Herrschaft zu bringen. Die Gattung der <i>Chansons de geste</i> scheint besonders in den Klöstern entlang der <a href="Pilgerweg" title="Pilgerweg">Pilgerstraßen</a> durch Frankreich nach <a href="Santiago_de_Compostela" title="Santiago de Compostela">Santiago de Compostela</a> in Nordwestspanien gepflegt worden zu sein, als Mittel zur Unterhaltung und Erbauung der dort jeweils übernachtenden Pilger.
</p><p>Der Stil ist nüchtern und wenig anschaulich-bildhaft, aber reich an pathetischen <a href="Apostrophe" title="Apostrophe">Apostrophen</a> (Ausrufen). Die Verse des Rolandslieds erzeugen mit minimalen Mitteln ein Maximum an Stimmung. Sie bestehen aus je zehn Silben, wobei die Endungssilbe des Wortes am Versschluss nicht mitgezählt wird. Die Zehnsilbler bündeln sich zu Strophen unterschiedlicher Länge, sog. <i>Laissen</i>, die nicht durch Reime, sondern durch <a href="Assonanz_(Verslehre)" class="mw-redirect" title="Assonanz (Verslehre)">Assonanzen</a> verknüpft sind. Alle Verse einer Laisse weisen dieselben Assonanzen auf. Charakteristisch ist die Technik der Wiederholung, der <i>laisses similaires</i>, d.&nbsp;h. der Wiederaufnahme von schon Gesagtem und dadurch der Parallelisierung von ganzen Laissen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Einfache Hauptsätze verdrängen Nebensätze: In der Regel ist das Subjekt dem Verb vorangestellt, was seine starke, die Handlung vorantreibende Stellung betont und das Lied besonders volkstümlich erscheinen lässt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vortrag">Vortrag</h2></div>

<p>Das Rolandslied, bei dem Vers und syntaktische Einheit fast immer zusammenfallen, ist offensichtlich für den Vortrag bestimmt. Einen Eindruck davon gibt die Aufführung der ersten Laisse von Professor Daron Burrows (Oxford).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wirkung">Wirkung</h2></div>

<p>Das Rolandslied war nicht nur in Frankreich wohlbekannt und verbreitet, sondern lieferte auch die Vorlage oder den Stoff für zahlreiche Übertragungen, Bearbeitungen und sonstige Texte in anderen europäischen Sprachen. Eine der frühesten dieser anderssprachigen Versionen war um 1170 die deutsche Nachdichtung von <a href="Pfaffe_Konrad" title="Pfaffe Konrad">Konrad dem Pfaffen</a>, der diverse spezifisch französische Aspekte durch allgemein christliche ersetzt. Auch <a href="Altnordische_Literatur" title="Altnordische Literatur">altnordische</a>, englische, niederländische und spanische Versionen sind erhalten oder bezeugt. In Italien verarbeiteten 1476 <a href="Matteo_Maria_Boiardo" title="Matteo Maria Boiardo">Matteo Maria Boiardo</a> und nach 1505 <a href="Ludovico_Ariosto" title="Ludovico Ariosto">Ludovico Ariosto</a> den Stoff für ihre vielgelesenen heroisch-komischen <a href="Versroman" title="Versroman">Versromane</a> <i>Orlando innamorato</i> (Der verliebte Roland) und <i><a href="Der_rasende_Roland" title="Der rasende Roland">Orlando furioso</a></i> („Der rasende Roland“), die ihrerseits der Figur Rolands neue große Bekanntheit verschafften. Auf Spanisch ragt als wichtigstes phantastisches Epos der Sprache das in Mexiko Anfang des 17. Jahrhunderts abgefasste und in Madrid 1624 gedruckte, enorme, barocke Epos El Bernardo (5000 Achtzeiler in 40.000 Versen) des <a href="Bernardo_de_Balbuena" title="Bernardo de Balbuena">Bernardo de Balbuena</a> als Meisterwerk der Barocklyrik Mexikos heraus. Auch die romantische Literatur wurde vom Rolandslied beeinflusst.
</p><p>Das Rolandslied bildete auch die Basis für die spätere Popularität der <a href="Rolandstatue" class="mw-redirect" title="Rolandstatue">Rolandstatuen</a> in Europa.
</p><p>In modernerem Kontext wurde das Rolandslied von <a href="Peter_Hammill" title="Peter Hammill">Peter Hammill</a> bzw. seiner Band <a href="Van_der_Graaf_Generator" title="Van der Graaf Generator">Van der Graaf Generator</a> rezipierzt: Meurglys (oder Murgleis) ist der Name des Schwertes des Ritters Ganelon aus dem Rolandslied. Dieses ist Thema des Songs Roncevaux auf der 1982 erschienenen Kompilation Time Vaults. Gleichzeitig ist Meurglys auch der Name von Peter Hammills Gitarren: Meurglys I einer Hagström, Meurglys II einer pelzbezogenen Vox und Meurglys III seiner Guild M-75 Bluesbird. Auf dem Album <a href="World_Record" title="World Record">World Record</a> ist ein Song namens <i>Meurglys II (The Songwriters Guild)</i> enthalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Analyse">Analyse</h2></div>
<p><a href="Franz_Borkenau" title="Franz Borkenau">Franz Borkenau</a> hat als <a href="Literatursoziologie" title="Literatursoziologie">Soziologe</a> das Rolandslied als <a href="Programmatik" title="Programmatik">programmatisches</a> Epos erschlossen, das den Übergang vom individuellen Heldentum der <a href="V%C3%B6lkerwanderung" title="Völkerwanderung">Völkerwanderung</a> zur <a href="Normannen" title="Normannen">normannischen</a> Heeresdisziplin kennzeichne.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch der Romanist Karl Voss weist darauf hin, dass im Rolandslied erstmals „Vernunft und Maß“ als Eigenheiten des französischen „Volkscharakters“ literarisch gestaltet werden.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Erich_Auerbach" title="Erich Auerbach">Erich Auerbach</a> weist auf das „Rätselhafte“ des Verhaltens des Kaisers hin: er sei bei der Wahl des Anführers der Nachhut „bei aller zuweilen hervortretenden autoritativen Bestimmtheit gleichsam traumhaft gelähmt“. Seine „einem Gottesfürsten ähnliche“ Stellung als „Haupt der gesamten Christenheit“ stehe im Gegensatz zu seiner Machtlosigkeit angesichts des Plans Ganelons. Auerbach sieht die möglichen Ursachen in der schwachen Stellung der Zentralgewalt zu Beginn der Herausbildung des <a href="Lehnwesen" class="mw-redirect" title="Lehnwesen">Lehnssystems</a>, die auch beim Prozess gegen Ganelon zum Ausdruck kommt, wie auch in der gewollten Parallele zu Christus (zwölf <i>Pairs</i> wie die Zahl der Jünger, Vorauswissen, aber Nichtverhindern des Schicksals), die Karl leidend-märtyrerhafte Züge verleiht und im Gegensatz zu Schärfe und Bestimmtheit des Ausdrucks in den Laissen LVIII bis LXII stehe, in der die Sätze <a href="Parataxe" title="Parataxe">parataktisch</a> hart aneinandergereiht werden.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Textausgaben">Textausgaben</h2></div>
<ul><li>Wendelin Foerster (Hrsg.): <i>Das altfranzösische Rolandslied. Text von Paris, Cambridge, Lyon und den sog. Lothringischen Fragmenten mit R. Heiligbrodt’s Concordanztabelle zum altfranzösischen Rolandslied.</i> Unveränderter Nachdruck der Ausgabe 1886. Hansebook, 2016, ISBN 978-3-7434-1570-6.</li>
<li><i>Das altfranzösische Rolandslied.</i> Zweisprachige Ausgabe. Übersetzt und kommentiert von <a href="Wolf_Steinsieck" title="Wolf Steinsieck">Wolf Steinsieck</a>, Nachwort von Egbert Kaiser. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-002746-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Carl Ernst Wilhelm Goehling: <i>Die Satzverbindung im altfranzösischen Rolandsliede.</i> Wiesike, Brandenburg 1886 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-106907">Digitalisat</a>).</li>
<li>Fatemeh Chehregosha Azinfar: <i>Dissent, Skepticism, and Medieval Texts: „La Chanson de Roland“ and its Persian Prototype „Vis and Ramin“.</i> In: Dies.: <i>Atheism in the medieval Islamic and European world. The influence of Persian and Arabic ideas of doubt and skepticism on medieval European literary thought.</i> Ibex Publishers, Bethesda, Maryland 2008, S. 101–144.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?qs=Rolandslied">Veröffentlichungen zum Rolandslied</a> im <a href="OPAC" title="OPAC">OPAC</a> der <a href="Regesta_Imperii" title="Regesta Imperii">Regesta Imperii</a></li>
<li><a href="Gert_Pinkernell" title="Gert Pinkernell">Gert Pinkernell</a>: <i>Namen, Titel und Daten der französischen Literatur</i>, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gert-pinkernell.de/romanistikstudium/Internet1.htm">Abschnitt <i>Chanson de Roland</i></a><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://deadurl.invalid/http://www.gert-pinkernell.de/romanistikstudium/Internet1.htm">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gert-pinkernell.de/romanistikstudium/Internet1.htm">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.gert-pinkernell.de</span> <small>(Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2025. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.gert-pinkernell.de/romanistikstudium/Internet1.htm">Suche in Webarchiven</a>)</small></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Alexandre Micha: <i>Überlieferungsgeschichte der französischen Literatur des Mittelalters.</i> In: <i>Geschichte der Textüberlieferung der antiken und mittelalterlichen Literatur. 2. Überlieferungsgeschichte der mittelalterlichen Literatur.</i> Zürich 1964, S.&nbsp;187–259, hier S.&nbsp;238–240.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>La Chanson de Roland.</i> In: <i>Kindlers Neues Literatur-Lexikon</i>. Bd. 18. München 1996, S. 384.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Erich Köhler: <i>Vorlesungen zur Geschichte der Französischen Literatur. Herausgegeben von Henning Krauß und Dietmar Rieger. Band 1,1.</i> 2. Aufl. Freiburg 2006, S. 44 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Ende und Anfang.</i> Klett-Cotta, Stuttgart 1984, ISBN 3-608-93032-9, S.&nbsp;489–507.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Karl Voss (Hrsg.): <i>Wege der französischen Literatur: Ein Lesebuch.</i> Berlin 1965, S. 9.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Erich Auerbach: <i>Mimesis.</i> (1946) 10. Auflage, Tübingen, Basel 2001, S. 98 f.</span>
</li>
</ol>
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